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Ein Winzling frisch aus dem Farbtopf: Der Zwerg-Blaubarsch Badis bengalensis (Badis sp. "scarlet")

( Steckbrief | Badis allgemein | Quellen )

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Weibchen von vorne

Blaubarsche werden schon lange in Aquarien gepflegt, aber bisher beschränkte sich das vorwiegend auf Badis badis, und viel über sie geschrieben wurde nicht. Vielleicht ausgelöst durch den Erstimport von Badis sp. "scarlet" hat sich das ca. 1999 geändert. Badis sp. "scarlet" scheint seit kurzem den wissenschaftlichen Namen Badis bengalensis zu tragen [5].

Das stahlende Scharlachrot bringt leider kein Foto 'rüber :-(.
Badis bengalensis, Männchen

Zum ersten Mal sah ich Blaubarsche 1997 auf einer Messe in Duisburg, konnte ihnen damals aber keine angemessenen Lebensbedingungen bieten. Durch Manfred Schütt (der leider immer noch keine Homepage hat, auf die ich an dieser Stelle verweisen könnte) Anfang April 2001 informiert und interessiert, kaufte ich am 10.4.01 ein Paar Zwerg-Blaubarsche bei "aqua design" in Oldenburg für mein verkrautetes 54 l-Aquarium.

Das Männchen ist so intensiv scharlachrot gefärbt (mit hellblauem Glanz-Querstreifen), daß es beinahe künstlich aussieht - wie in einen Farbtopf gefallen. Das Weibchen ist deutlich unscheinbarer, es irisiert in pastelligen Türkis- und Rottönen und hat zeitweise dunkle Querstreifen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht ernsthaft an Blaubarsch-Haltung gedacht, weil die Bedingungen noch nicht anders waren als 1997: Ich konnte ihnen kein Aquarium ab 70 cm Kantenlänge bieten, und Lebendfutter zu selten. Aber meine beiden Winzlinge verlieren sich selbst in dem kleinen Aquarium, und sie sind als deutsche Nachzuchten überwiegend mit haltbarem Futter zu ernähren (Frostfutter: Bosmina, Lobstereier; Artemia bekommen sie natürlich sowieso, lebend und dekapsuliert uneingeweicht).

Eine Quarantäne war hier ausnahmsweise nicht nötig: In dem Aquarium lebten nur ein Paar L2, ein greiser Rotkopf-Salmler und einige Garnelen, wohl Caridina/Neocaridina sp. (Blauschwanzgarnele A17c). - Gleichzeitig mit den Badis zog ein Paar Honigfadenfische ein, weil sie die beste mir bekannte biologische Waffe gegen Hydra sind. Hydra hatten sich in diesem Aquarium kurz zuvor explosionsartig vermehrt, weil ich darin Welse aufgepäppelt und großzügig gefüttert hatte (zu meiner Hydra-Seite). Nach 14 Tagen war kein Polyp mehr zu sehen.

Einige Tage später, nach dem gründlichen Durchsuchen meiner Literatur, schnitt ich aus dicken Bambusröhren einige Höhlen aus. Das Weibchen hatte immerhin Laichansatz und lebte in den ersten Tagen sehr versteckt :-). Schwamm das Männchen in den ersten Tagen noch lebhaft vor der Frontscheibe herum, bewegt es sich nun nur noch im Umkreis einer der Bambushöhlen und verschwindet ab und zu darin, und das Weibchen scheint schlanker :-) ... .

 

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Steckbrief

Badis bengalensis Mann
Badis bengalensis, Männchen
  • Namen: Zwerg-Blaubarsch, Badis sp. "scarlet", Badis bengalensis
  • Herkunft: Nordost-Indien
  • Größe: ca. 2 cm
  • Haltung: In versteckreich eingerichteten, verkrauteten Aquarien in Gesellschaft anderer kleiner, friedlicher Fische
  • Futter: Am besten Lebendfutter, Nachzuchten auch mit kleinem Frostfutter zu ernähren
  • Geschlechtsunterschiede: Weibchen farbloser

 

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Allgemeine Überlegungen zum Thema Badis im Gesellschaftsaquarium

Alle Anderen Blaubarsch-Arten werden größer als meine beiden B. bengalensis - so 6-8 cm - und brauchen dann natürlich ein größeres Aquarium - lt. MERGUS mindestens 70 cm. Die Haltung von mindestens 2 Paaren soll vorteilhaft sein, weil sie sich dann öfter zeigen und die Männchen sich gegenseitig imponieren. Außerdem hängt die Fortpflanzung sehr entscheidend von der Laichbereitschaft beider Partner ab, was bei Badis ein besonderes Problem ist [2].

Blaubarsche waren früher fast nur als Wildfänge zu bekommen, die dann mit Lebendfutter ernährt werden müssen, sonst gehen sie ein. Inzwischen gibt es immer mehr Nachzuchten, und darauf sollte Mensch beim Kauf achten, wenn die tägliche Lebendfutter-Versorgung nicht sichergestellt werden kann. Nachzuchten können an industriell erzeugtes Futter gewöhnt werden.

Außerdem sind die Tiere etwas schüchtern, d.h. lebhafte Gesellschaft geht ihnen auf den Wecker, sie sind dann nicht zu sehen (das wäre vermutlich bei Vergesellschaftung mit meinen Regenbogenfischen und Panzerwelsen der Fall). Höhlen und ein zugewachsenes, verkrautetes Aquarium brauchen sie sowieso.

Nahrungskonkurrenten sollten ebenfalls nicht gleichzeitig im Aquarium sein, Blaubarsche unterliegen dann leicht. Ich habe einen großen Trupp C. sterbai, den ich für einen Konkurrenten halte. Die Panzerwelse suchen den Bodengrund auch bei Licht und sehr gründlich ab, so daß sie sicher immer die ersten am Futter sein werden.

Dieser Abschnitt ist entstanden nach einem Interview mit einer ehemaligen Badis burmensis-Halterin ("Rote Badis")". - Ich würde Blaubarsche mit Regenbogenfischen und einem großen Trupp Panzerwelse vergesellschaften müssen, leider ist zu erwarten, daß sie dann kümmen. Ich muß verzichten :-(.

 

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Quellen (Badis allgemein)

Badis bengalensis Frau
Weibchen mit Laichansatz

[1] Fantastischer Zwerg-Blaubarsch in Assam entdeckt! - Aqualog News No 26
[2] Hellmut Stallknecht, Sonderlinge im Aquarium, Tetra Verlag 1995
[3] Frank Schäfer, Badis-Lebensräume in Westbengalen - DATZ 5/2000
[4] Ralf Britz und Rudolf Rucks, Zur Fortpflanzungsbiologie der Nander- und Blaubarsche (II)- DATZ 6/2000
[5] Fabian Herder, Der Zwerg unter den Blaubarschen - Aquarien-Praxis 4/2001
[6] Der Blaubarsch 
[7] Englischsprachige Quelle BADIS BADIS by Don Kinyon
[8] Riehl/Baensch MERGUS Aquarien-Alas 1, 1997 S. 790
[9] Riehl/Baensch MERGUS Aquarien-Alas 2, 1985 S. 1013
[10] Riehl/Baensch MERGUS Aquarien-Alas 3, 1993 S. 902

 

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